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Das Geheimnis der Freimaurer

Wegen Ihrer zahlreichen Symbole und Rituale galt die Freimaurerei lange Zeit als Geheimbund und war den Anfechtungen und Verfolgungen ihrer Gegner, die meist der katholischen Kirche angehörten, ausgeliefert. Dabei ist die Freimaurerei keineswegs eine Geheimorganisation: Ihre Organisation, ihre Ziele, ihre Einrichtungen und Statute Sind allgemein bekannt. Auch versammeln sich die Logen nicht im Verborgenen. Jedes Adressbuch verzeichnet ihren Sitz.

Die Freimaurerei ist vielmehr eine geschlossene Gesellschaft, was bedeutet: Die Freimaurer sind gehalten, über Symbolik und Brauchtum Verschwiegenheit zu bewahren. Freimaurer verschweigen jedoch nichts zum Nachteil anderer. Sie schätzen Verschwiegenheit als eine hohe Mannestugend. Goethe spricht die Verschwiegenheit in einem seiner Logengedichte an:

"Niemand soll und wird es schauen,
Was einander wir vertraut,
denn auf Schweigen und Vertrauen
ist der Tempel aufgebaut!"

Außerdem wollen die Freimaurer durch Verschwiegenheit und Abgeschlossenheit der Tempelarbeit gegenüber der Außenwelt ihr tradiertes Brauchtum vor der profanen Öffentlichkeit schützen. Sie fürchten, dass Ideen, die rückhaltlos der Allgemeinheit offenbart werden, erniedrigt und mit Füßen getreten werden.

Die Freimaurer heute

Die Freimaurer haben heute weltweit etwa 6 Millionen Mitglieder, die in 40 000 Logen arbeiten. In Deutschland wurde die Freimaurerei, die 1933 ca. 76 000 Mitglieder zählte, vom Nationalsozialismus unterdrückt und verfolgt. Danach lebte sie wieder auf. 1949 schlössen sich 194 Logen mit humanitären Hintergrund in der Frankfurter Paulskircke zur "Vereinigten Großloge der Freimaurer von Deutschland" zusammen. Die christliche "Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland" verband sich mit ihr 1958 in den "Vereinigten Großlogen von Deutschland, Bruderschaft der deutschen Freimaurer". Diese umfasst etwa 20 000 Mitglieder (in den alten Bundesländern).

Das Verhältnis zwischen Katholischer Kirche und Freimaurerei ist auch heute noch gespannt, d.h. zum Beispiel: die gleichzeitige Zugehörrgkert zur Katholischen Kirche und zur Freimaurerei ist ausgeschlossen. Mit anderen christlichen Bekenntnissen, z. B. mit der Evangelischen Kirche, hat die Freimaurerei weniger Schwierigkeiten.

Literatur

D. A. Binder Die Freimaurer. Ursprung, Rituale und Ziele einer diskreten Gesellschaft. . Herder Verlag Freiburg 1998

A. Giese Die Freimaurer. Böhlau Verlag 1998

Horst Kischke Die Freimaurer. 1999