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Die Rituale der Freimaurer

Zentrum der freimaurischen Tätigkeit und zugleich Gegenstand der Spekulationen und Kontroversen sind die mit Schweigen und einem Geheimnis umgebenen Rituale der Freimaurer in den Stätten der Zusammenkunft. Das Ritual ist der Versuch, durch das bewusste Nacherleben einer möglichst präzisen äußeren Ordnung eine innere Ordnung im Menschen anzuregen. Die rituellen Arbeiten finden in einem besonders eingerichteten Raum statt, der nach dem Grundriss des sagenumwobenen Tempels König Salomons aufgebaut ist und ebenfalls als "Tempel" bezeichnet wird.

Vom Westen aus zugänglich, ist der Tempel in der Ordnung der Himmelsrichtungen klar gegliedert:

Im Osten ist der Platz des Meisters vom Stuhl als Leiter der Logenarbeit. Ihm gegenüber sind im Westen die beiden Aufseher plaziert, die mit dem Meister zusammen die rituelle Arbeit durch Rede und Gegenrede gestalten. Im Norden und Süden befinden sich auf den Kolonnen (Sitzreihen) die übrigen Logenbrüder.

Weitere Funktionsträger der Loge sind z.B. der Redner, der mit seinen Beiträgen die geistige Arbeit anregt sowie der Zeremonienmeister, der für einen würdigen äußeren Ablauf der Tempelarbeit sorgt.

Die "rituellen Arbeiten" der Freimaurer, die ihren Ursprung in den mittelalterlichen Bauhütten haben, dienen

der Einführung neuer Mitglieder in die Gemeinschaft der Vertiefung menschlicher Bindungen innerhalb der Bruderschaft der Besinnung auf die moralischen Normen des Freimaurerbundes der Sammlung und Erbauung des einzelnen Bruders
Die feierliche Einrichtung des Tempels sorgt für eine Stimmung, die entscheidend zur Erlebmsfähigkeit des Einzelnen beiträgt! Erst das Abschalten vom Alltagsleben und dei Besinnung auf ethische Ziele erlauben es dem Freimaurer, mit den Werkzeugen "geistigen Bauens" umzugehen. Das freimaurische Ritual kennt bei der Beschreibung und Interpretation der Werkzeuge keine vorgefassten Erklärungen. Jeder Bruder erarbeitet sich seine individuellen Symbolerklärungen selbst.

Die Symbole der Freimaurer

Symbole spielen eine wichtige Rolle in der Freimaurerei. Die Interpretation von Symbolen ist Sache des einzelnen Freimaurers. Es gibt zwar Anhaltpunkte für die Deutung, aber es besteht keine Vorschrift, die besagt, dass bestimmte Symbole nur diese oder jene Bedeutung haben! Die Symbole sind im Wesentlichen aus der Werkmaurerei der mittelalterlichen Dombauer hervorgegangen.

Jedes Werkzeug, jedes Gerät im Tempel, hat seine eigene symbolische Bedeutung, denn Symbole sind anschaulicher und einprägsamer als Sprache. Symbole wie z.B. Zirkel und Winkelmaß haften als sinnliche Bilder fest im Gedächtsnis und sind den Freimaurern aller Rassen und Nationen in gleichem Maße verständlich. Durch ihre Symbolik gelingt es der Freimaurerei, zu den "Brüdern" der unterschiedlichsten Nationen in einer Sprache zu reden und Ihnen ein inneres Erlebnis zu vermitteln, ein Geheimnis, das sich nur im Bild vermitteln lässt.

Das Winkelmaß steht für Aufrichtigkeit, Geradheit, Gerechtigkeit,
Recht und Pflicht und für sittliches Handeln allgemein.
Der Zirkel gilt als Instrument der entwerfenden und abwägenden
Intelligenz, aber auch als Symbol der Brüderlichkeit und des
Dienstes am Menschen.
Die Darstellung von Zirkel und Winkel symbolisiert das
Gleichgewicht der geistigen und materiellen Kräfte.
Das Symbol des rauen, unbehauenen Steins steht für den Freimaurer
selbst auf dem Weg zur Vervollkommnung.