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Grundsätze und Ziele der Freimaurer

Die Freimaurerei hat das Ziel, ihre Mitglieder durch brüderliche Gemeinschaft in der Loge, besonders durch die "rituelle Tempelarbeit" , zu sittlicher und geistiger Vervollkommnung und echter Menschlichkeit anzuleiten. Die Männner - die Freimaurerei ist ein reiner Männerbund - sollen sich dann an ihrem Platz in Leben und Gesellschaft entsprechend verhalten. Die Freimaurer treten für Freiheit, Menschenwürde, Nächstenliebe, Toleranz und soziale Gerechtigkeit ein. Sie stehen auch für demokratische Freiheiten und die Durchschaubarkeit von Machtverhältnissen ein. In Diktaturen sind sie wegen ihres Eintretens für Geistesfreiheit verboten. Die Freimaurerei tritt außerdem für die Überwindung der nationalen und konfessionellen Gegensätze ein.

Ihren Zielen und ihre Zusammensetzung nach ist die Freimaurerei stets eine Organisation des liberalen Bürgertums gewesen und auch bis heute geblieben. In ihrem Kern ist sie ein ethischer Bund, nicht etwa eine Religion oder Glaubensgemeinschaft. Das Wesen des Freimaurerbundes besteht in der Einhheit von leitender Idee, brüderlicher Gemeinschaft und symbolisch-rituellem Erlebnis.

Freimaurer sind sich bewusst, dass die Werte, zu denen sie sich bekennen, immer neu belebt und konkretisiert werden müssen. Sie verzichten jedoch auf politische Programme und gesellschaftliche Utopien. Die Logen sollen vielmehr die Stätte sein, an der durch Information und gemeinsames Nachdenken verantwortliches persönliches Handeln vorbereitet wird.

Die Logen der Freimaurer

Die einzelnen Freimaurer schließen sich in Logen zusammen, die wiederum national in Großlogen oder Landeslogen verbunden sind. Der Weltfreimaurerbund ist der Zusammenschluss einiger, nicht jedoch aller Logen. An der Spitze einer Loge steht der Logenmeister ("Meister vom Stuhl"); die Großlogen werden durch Großmeister geleitet. Rund 6 Millionen Logenbrüder sind in über 130 Ländern in 40 000 Logen organisiert.

Jede einzelne Loge ist für sich allein selbständig. Sie wählt jährlich aus ihrer Mitte den Beamtenrat (Meister vom Stuhl und Stellvertreter, zwei Aufseher und je einen Schriftführer, Redner und Schatzmeister) und ist für die Aufnahme und Schulung neuer Mitglieder verantwortlich. Sie unterwirft sich bestimmten Grundsätzen, nimmt z.B. nur Männer auf und bekennt sich zur Verschwiegenheit.

Der Grundsatz der Freimaurerei heißt: "Erkennen durch Erleben". Die Erkenntnisstufen, die in den Logen durchlaufen werden, werden durch drei Grade symbolisiert: Lehrling, Geselle und Meister: "Der Lehrling schaue in sich", "Der Geselle schaue um sich" und "der Meister schaue über sich". Während die vor allem in Deutschland verbreiteten, nach dem Schutzheiligen der Steinmetzen benannten "Johanneslogen" keine weitere Gradeinteilung kennen, haben die schottischen, nach dem Schutzheiligen ihres Landes benannten "Andreaslogen" eine bis zu 33 Graden aufsteigende Hierarchie (Hochgrad-Freimaurerei); sie sind hauptsächlich in den angelsächsischen Ländern verbreitet.

Die Loge ist die Grundlage des freimaurischen Wirkens. Sie ist das Zentrum der geistigen Arbeit, Ort der Begegnung und Besinnung. Als Zeichen engster Verbundenheit nennen sich die Freimaurer untereinander Brüder. Die Freimaurerei ist aus Tradition ein reiner Männerbund. Am geselligen Leben der Logen nehmen jedoch auch die Familienmitglieder teil.